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Bildungsstress im Kindergarten

 

Mit Babykursen geht der Förderwahnsinn los, und der Markt boomt.

Julia berichtet vom Fördern und (Über)Fordern aus eigener Erfahrung. 

 

 

Gerade als Eltern eines Neugeborenen wird man mit Kursangeboten nur so überflutet. PEKiP, Babymassage, Babyschwimmen, DELFI, FenKid und ElBa, um wirklich nur ein paar der unzähligen Frühfördermöglichkeiten zu nennen. Alle Kurse haben ein gutes Konzept und klingen vielversprechend. Nun steht man also da und weiß gar nicht genau was man jetzt buchen soll. Am liebsten würde man ja als hochmotivierte Erstlingseltern direkt alle Kurse belegen und den kleinen Lieblingsmenschen in allen erdenklichen Bereichen bestmöglich fördern. Man will ja schließlich die besten Grundlagen für die Zukunft schaffen und etwaige Schwächen von Anfang an ausmerzen, so dass diese später kein Hindernis werden können. Und genau an diesem Punkt fängt der Bildungsstress dann bereits mit den Babykursen an.

 

Bereits kurz nach der Geburt unseres Mini-Menschen-Mädchens hatten wir uns zu einem Babyschwimmkurs angemeldet. Das Babyschwimmen sollte unser Baby glücklich machen, es sollte sich so wohlig warm fühlen wie im Fruchtwasser des Mutterleibs. Als unerfahrene Erstlingseltern wollten wir unserem kleinen Liebling viel Gutes tun. So zumindestens unsere Intention und die Theorie des Kurses. Unsere Frieda machte uns dann aber einen Strich durch die Rechnung und belehrte uns bereits in den ersten Lebenswochen eines Besseren. Weniger ist mehr!Unsere Frieda zeigte uns damals sehr deutlich, was sie von diesem einzigen Babykurs hielt und wir brachen das Babyschwimmen nach ein paar Kurseinheiten ab. Weniger ist definitiv mehr! Dies soll nun aber kein Rant auf alle Babykurse sein. Sie sind allesamt gut, denn egal für welchen Kurs man sich anmeldet, die Familie (oder ein Elternteil) verbringt sehr schöne und intensive Zeit mit dem Baby fernab von Ablenkungen und Gedanken an Dinge, die noch erledigt werden müssen. So lernt man sein Kind noch besser zu beobachten, kann ganz wunderbar neue Seiten kennenlernen und stärkt vor allem die Verbindung zueinander. Babykurs ja – Babykurse und Förderwahnsinn im Säuglingsalter Nein! Am Ende hatten wir mit unserer Frieda übrigens einen zauberhaften Musikkurs gefunden, der uns beide gleichermaßen lange begeisterte.

 

Kommt das Kind dann in die KiTa, fängt der Förderwahnsinn erst richtig an.

Es wird gelernt, geschuftet und geübt. Musikalische Früherziehung, Schwimmen (natürlich mit dem Ziel das Seepferdchen noch vor der Einschulung in der Tasche zu haben), Kinderturnen und der Englischkurs. Hobbys wie Reiten, ein Instrument oder Fußball kommen dazu. On Top oftmals noch notwenige und vom Arzt verschriebene Therapien wie Logopädie oder Ergotherpie. Eltern wollen ihre Kinder frühzeitig fit für die Leistungsgesellschaft machen. Sie wollen sich außerdem beweisen und so sieht und hört man nicht selten, dass manche Kids mehr als eine 40-Stunden- Woche haben. Wenn man nämlich mal bedenkt, dass viele Kinder jeden Tag bis zu 8 Stunden in der KiTa spielen, toben, streiten und fürs Leben lernen (und KiTa ist für unsere kleinen Lieblings oft anstrengender als ein Halbmarathon für Untrainierte), haben sie die arbeitsvertragliche Regulierung der Wochenarbeitszeit von uns Erwachsenen eigentlich schon überschritten und dürfen nachmittags oder am Wochenende noch zusätzlich pauken. Tonleitern, Tanzschritte, Englischvokabeln oder Komplementärkontraste im Farbkreis. Es nimmt kein Ende und die Leidtragenden sind in jedem Fall immer die Kinder.

Spielend lernen – ganz ohne viele Kurse

Dabei könnte es doch eigentlich so einfach sein. Neben bedingungsloser Liebe, der Geborgen- und Sicherheit, brauchen Kinder eigentlich doch nur Zeit.

Zeit zum Spielen.

Zeit zum Wachsen und bewusste Zeit mit der Familie ohne Ablenkungen.

Zeit für unvergessene Momente.

Stockbrot am Lagerfeuer, Waldausflüge, Übernachtung im Garten, Drachensteigenlassen, Fahrradfahren, gemeinsam am Strand Muscheln sammeln. Lieben, Leben, Lachen

– glücklichsein eben.

 

Kinder brauchen nicht unbedingt irgendwelche Förderkurse, sondern Eltern, die dem Wissensdurst ihrer Kinder Raum und Zeit geben. Spielen ist immer Lernen. Wenn man, so wie ich, nicht so ganz ohne Wissensvermittlung kann oder will, kann man dem Wissendurst als Eltern natürlich auch spielerisch begegnen. Eine schöne Spielidee zum Einüben der Laute findet ihr zum Beispiel in unserem letztem Beitrag „Spielend lernen mit Frieda“. Mini-Menschen-Kinder haben so oder so viel in unserer Welt zu entdecken, zu erleben und kennenzulernen. Nehmt euch Zeit mit ihnen, lernt spielerisch das, wofür das Kind sich gerade interessiert und lasst sie alle erstmal wachsen und sich selbst entwickeln. Sicherlich kristallisiert sich dann auch irgendwann ein tolles Hobby heraus, das das Kind nach seinen ganz eigenen Interessen ausgewählt hat und welches es dann mit großer Leidenschaft verfolgt. Daran wächst es mehr als an Förderkursen und wer weiß, vielleicht zeigt es sich dann genau dort auch als besonders talentiert und begabt.

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